Tirzepatid ist ein einzelnes synthetisches Peptid, das zwei Darmhormon-Rezeptoren gleichzeitig aktiviert, GIP und GLP-1. Es ist der am gründlichsten geprüfte Wirkstoff unseres Sortiments, mit abgeschlossenen Phase-3-Programmen bei Adipositas und Typ-2-Diabetes.
Tirzepatid ist in Österreich der wohl bekannteste Wirkstoff unseres Sortiments, weil er als Mounjaro in der Apotheke liegt – und genau deshalb lohnt es sich, Molekül und Arzneimittel sauber auseinanderzuhalten. Das Molekül ist ein Peptid, das an zwei Rezeptoren angreift. GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) und GIP (glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid) sind Hormone, die Ihr Darm nach einer Mahlzeit ausschüttet; sie binden an Rezeptoren in der Bauchspeicheldrüse, im Gehirn und anderswo, steigern die nahrungsabhängige Insulinausschüttung der Bauchspeicheldrüse und dämpfen den Appetit European Medicines Agency. Mounjaro (tirzepatide): European public assessment report.. Die älteren Wirkstoffe dieser Klasse greifen nur am GLP-1-Rezeptor an. Tirzepatid wurde als fettsäuremodifiziertes Peptid entworfen, das die Signale beider Rezeptoren aktiviert: In der Entdeckungspublikation löste es bei Mäusen eine glukoseabhängige Insulinsekretion aus, senkte Körpergewicht und Nahrungsaufnahme bei Mäusen stärker als ein reiner GLP-1-Agonist, und in der Phase-1-Studie mit 142 Personen über alle Arme waren die häufigsten Nebenwirkungen gastrointestinal und dosisabhängig Coskun T et al. LY3298176, a novel dual GIP and GLP-1 receptor agonist for the treatment of type 2 diabetes mellitus: From discovery to clinical proof of concept. Mol Metab 2018. PMID 30473097. Wo dieser zweite Rezeptor Tirzepatid zwischen Einfach-, Dual- und Dreifach-Agonisten einordnet, zeigen wir unter Inkretin-Peptide.
Die Evidenz zum Gewicht kommt aus dem SURMOUNT-Programm. SURMOUNT-1 war eine 72-wöchige, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-3-Studie mit 2.539 Erwachsenen mit Adipositas oder mit Übergewicht plus mindestens einer gewichtsbezogenen Begleiterkrankung, ohne Diabetes. Geprüft wurden drei Stärken von Tirzepatid, 5 mg, 10 mg und 15 mg, gegen Placebo. In Woche 72 hatte sich das mittlere Gewicht unter den drei Stärken um −15,0 %, −19,5 % und −20,9 % verändert, gegenüber −3,1 % unter Placebo; 85 %, 89 % und 91 % der Teilnehmenden unter Tirzepatid hatten mindestens 5 % ihres Körpergewichts verloren, gegenüber 35 % unter Placebo; die häufigsten Nebenwirkungen waren gastrointestinal, überwiegend leicht bis mittelschwer und vor allem während der Dosissteigerungsphase der Studie, und sie führten bei 4,3 % bis 7,1 % der Teilnehmenden unter Tirzepatid zum Abbruch der Behandlung, gegenüber 2,6 % unter Placebo Jastreboff AM et al. Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity. N Engl J Med 2022. PMID 35658024.
Die Evidenz zum Diabetes kommt aus SURPASS, und der direkte Vergleich mit Semaglutid, dem reinen GLP-1-Vergleichswirkstoff, ist die Studie, nach der uns am häufigsten gefragt wird. SURPASS-2 war eine offene, 40-wöchige Phase-3-Studie mit 1.879 Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes, die dieselben drei Stärken von Tirzepatid mit Semaglutid 1 mg verglich: Das glykierte Hämoglobin sank unter Tirzepatid um 2,01, 2,24 und 2,30 Prozentpunkte gegenüber 1,86 unter Semaglutid, Tirzepatid war in jeder Stärke nicht unterlegen und überlegen, das Gewicht sank um weitere 1,9 bis 5,5 kg, und die häufigsten Nebenwirkungen in beiden Gruppen waren gastrointestinal Frías JP et al. Tirzepatide versus Semaglutide Once Weekly in Patients with Type 2 Diabetes. N Engl J Med 2021. PMID 34170647. Bei Adipositas ohne Diabetes randomisierte SURMOUNT-5 751 Erwachsene über 72 Wochen auf die maximal verträgliche Dosis eines der beiden Wirkstoffe und berichtete −20,2 % mit Tirzepatid gegenüber −13,7 % mit Semaglutid Aronne LJ et al. Tirzepatide as Compared with Semaglutide for the Treatment of Obesity. N Engl J Med 2025. PMID 40353578. Beide Vergleiche liefen offen, also ohne Verblindung – ein Punkt, den Sie beim Lesen von Tirzepatid vs. Semaglutid nicht aus den Augen verlieren sollten.
Tirzepatid ist in der Europäischen Union und damit auch in Österreich ein zugelassenes Arzneimittel. Die Zulassung wurde am 15. September 2022 als Mounjaro erteilt und umfasst Typ-2-Diabetes sowie, bei Erwachsenen, das Gewichtsmanagement; eine zweite Marke für die Gewichtsindikation gibt es in der EU nicht European Medicines Agency. Mounjaro (tirzepatide): European public assessment report.. Als zentral zugelassene Arzneispezialität ist Mounjaro auch im Register des BASG (Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen) geführt und wird in Österreich in der Apotheke gegen ärztliche Verordnung abgegeben. Unser 60-mg-Pen ist nicht Mounjaro. Er enthält dasselbe Wirkstoffmolekül und besitzt keine Zulassung: Ihm fehlen die genehmigten Dosierungsangaben, die Fachinformation, die Apotheke und die Nebenwirkungsüberwachung, die das zugelassene Produkt umgeben, und die oben genannten Studienergebnisse beschreiben das Molekül, wie es in diesen Studien verabreicht wurde, nicht diesen Pen. Warum jeder Wirkstoff in unserem Sortiment außerhalb des zugelassenen Wegs steht, erklären wir unter Warum diese Wirkstoffe keine EMA-Zulassung haben.
Am häufigsten wird Tirzepatid Retatrutid gegenübergestellt, das dem GIP- und GLP-1-Paar einen dritten Rezeptor hinzufügt: Glukagon. Seine veröffentlichte Humanevidenz ist eine 48-wöchige, placebokontrollierte Phase-2-Studie mit 338 Erwachsenen mit Adipositas: Das Gewicht sank in der höchsten Stärke im Mittel um 24,2 % gegenüber 2,1 % unter Placebo, die gastrointestinalen Nebenwirkungen nahmen mit der Dosis zu, und die Herzfrequenz stieg dosisabhängig bis zu einem Höhepunkt nach 24 Wochen und ging danach zurück Jastreboff AM et al. Triple-Hormone-Receptor Agonist Retatrutide for Obesity - A Phase 2 Trial. N Engl J Med 2023. PMID 37366315. Eine Phase-2-Zahl und eine Phase-3-Zahl aus unterschiedlichen Studien sind nicht dieselbe Art von Zahl, und die beiden Wirkstoffe wurden nie direkt gegeneinander geprüft; das führen wir unter Retatrutid vs. Tirzepatid aus. Den Dreifach-Agonisten führen wir als RETATRUTIDE 32 und RETATRUTIDE 64: ein Wirkstoff in zwei Stärken, 32 mg oder 64 mg pro 3-ml-Pen.
Was wir nach Österreich liefern, ist TIRZEPATIDE 60: 60 mg Tirzepatid, bereits gelöst, in einem vorgefüllten 3-ml-Mehrdosis-Pen, derzeit vorbestellbar. Die Zustellung erfolgt von unserem tschechischen Versandstandort über die kurze Strecke nach Österreich, in der Kühlkette und verfolgt bis an die Haustür, in der Regel innerhalb von 3–5 Werktagen, ohne Zollgebühren und ohne Einfuhrformalitäten; Preise auf bodypharmeu.com/at in Euro inkl. USt. Jede Charge prüft ein unabhängiges Labor auf Identität (Massenspektrometrie), Reinheit (HPLC) und Sterilität, und das Analysenzertifikat (COA) Ihrer Charge weist den HPLC-Reinheitswert und die Konzentration der Patrone aus (mg/ml und Gesamt-mg pro 3 ml); Sie öffnen es über den QR-Code am Pen oder über das Verzeichnis unter /coa. Gemeinsam mit unserem NAD+ Pen ist der Pen auch als Lean Stack gelistet: zwei Produkte, die zusammen verkauft werden – nichts wird gemischt, und eine Anleitung zur Kombination geben wir nicht.
Dieser Vertiefungsteil erklärt, warum die Bezeichnung „Tirzepatid 60 mg” häufig zu Missverständnissen führt. Sie lernen, was den Gesamtinhalt eines Pens von der Einzeldosis unterscheidet und welche klinische Evidenz für Tirzepatid in bestimmten Patientengruppen existiert.
Die Bezeichnung „Tirzepatid 60 mg” klingt nach einer einzelnen hohen Dosis. Bei einem zugelassenen Mehrdosis-Pen hat sie jedoch eine andere Bedeutung. Der Mounjaro 15 mg/Dosis KwikPen enthält insgesamt 60 mg Tirzepatid in 2,4 ml. Er gibt vier getrennte Dosen zu jeweils 15 mg in 0,6 ml ab.EMA-Produktinformation zu Mounjaro Hier beschreiben die 60 mg den Gesamtinhalt des Pens, nicht eine 60-mg-Einzeldosis.
Diese Unterscheidung ist medizinisch relevant. Die Fachinformation der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) gibt für Erwachsene maximal 15 mg einmal wöchentlich an. Ein hoher Gesamtgehalt auf der Packung darf nicht als zugelassene Wochendosis interpretiert werden. Produktname, Darreichungsform, Konzentration, Volumen, Anzahl der Dosen und Zulassungsstatus müssen gemeinsam betrachtet werden.
Kurz erklärt: Ein Mounjaro 15 mg/Dosis KwikPen enthält 60 mg Tirzepatid in 2,4 ml. Er ist für vier Einzeldosen zu je 15 mg in 0,6 ml ausgelegt. Die 60 mg bezeichnen die gesamte Füllmenge. Sie stellen keine zugelassene Einzeldosis dar und machen ein loses oder nicht identifiziertes „60-mg-Vial” nicht mit dem KwikPen gleichwertig.EMA-Produktinformation zu Mounjaro
Tirzepatid ist ein lang wirksamer dualer Agonist an den Rezeptoren für GIP (glucoseabhängiges insulinotropes Polypeptid) und GLP-1 (Glucagon-like Peptide 1). In der Europäischen Union ist Mounjaro für bestimmte Patientengruppen mit Typ-2-Diabetes sowie für das Gewichtsmanagement bei Erwachsenen zugelassen. Die konkrete Zulassung hängt von Region, Produkt und Indikation ab. US-Angaben zu Zepbound dürfen nicht als österreichische oder europäische Fachinformation dargestellt werden.
Die von uns am 24.08.2026 geprüfte EMA-Produktinformation umfasst für die Diabetesindikation Erwachsene sowie Jugendliche und Kinder ab zehn Jahren mit unzureichend kontrolliertem Typ-2-Diabetes, ergänzend zu Ernährung und Bewegung. Mounjaro kann als Monotherapie eingesetzt werden, wenn Metformin wegen Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen ungeeignet ist, oder zusätzlich zu anderen Diabetesarzneimitteln.EMA-Produktinformation zu Mounjaro
Für das Gewichtsmanagement bei Erwachsenen definiert die EU-Produktinformation zwei Gruppen: Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) ab 30 kg/m² sowie Menschen mit einem BMI von mindestens 27 bis unter 30 kg/m² und mindestens einer gewichtsbezogenen Begleiterkrankung. Die Anwendung erfolgt ergänzend zu kalorienreduzierter Ernährung und erhöhter körperlicher Aktivität.EMA-Produktinformation zu Mounjaro Tirzepatid ist nicht pauschal als Mittel zum kosmetischen Abnehmen für jede Person zugelassen.
Bei Arzneimitteln können mehrere Mengenangaben nebeneinanderstehen. Für den Mounjaro-KwikPen der höchsten Dosisstärke sieht die Einordnung so aus:EMA-Produktinformation zu Mounjaro
| Angabe | Bedeutung |
|---|---|
| 60 mg in 2,4 ml | Gesamtinhalt des Mehrdosis-Pens |
| 25 mg/ml | Konzentration |
| 15 mg in 0,6 ml | Wirkstoffmenge und Volumen pro Einzeldosis |
| 4 Dosen | Zahl der vorgesehenen Einzeldosen |
| 15 mg einmal wöchentlich | maximale Erwachsenendosis laut EMA-Fachinformation |
Die Rechnung 4 × 15 mg = 60 mg beschreibt die Packungsfüllmenge. Sie erhöht nicht die Einzeldosis. Dieses Prinzip gilt bei vielen Mehrdosisbehältnissen: Gesamtfüllmenge und Dosis pro Anwendung beantworten verschiedene Fragen.
Der Leitfaden Peptid-COA richtig lesen hilft, Identitäts- und Reinheitsangaben bei nicht zugelassenen Forschungsprodukten korrekt einzuordnen. Entscheidend bleibt jedoch die konkrete zugelassene Produktinformation. Eine gemeinsame Wirkstoffbezeichnung allein belegt keine pharmazeutische Gleichwertigkeit.
Ein Produkt kann ebenfalls „Tirzepatid 60 mg” tragen und dennoch etwas anderes sein. Ohne verifizierten Produktnamen, Zulassungsinhaber, Darreichungsform, Konzentration, Gesamtvolumen, Mehrdosis- oder Einzeldosisstatus und Zulassungsstatus ist die Angabe unvollständig. Deshalb weisen wir bei unseren Produkten Gesamtinhalt, Konzentration und Chargendokumentation getrennt aus und veröffentlichen das Analysenzertifikat je Charge unter /coa.
Die Evidenz zu Mounjaro oder Zepbound bezieht sich auf definierte Arzneimittel mit festgelegter Herstellung, Qualitätskontrolle und Kennzeichnung. Diese Evidenz darf nicht pauschal auf ein loses, zusammengesetztes oder anderweitig nicht identifiziertes Vial übertragen werden. Ein identischer Gesamtwirkstoffgehalt beweist weder identische Konzentration noch Bioverfügbarkeit, Sterilität oder Gleichwertigkeit.
Aus demselben Grund geben wir hier keine Anleitung zum Rekonstituieren, Umfüllen oder eigenständigen Aufteilen eines Produkts. 60 mg allein ist weder ein Qualitätsnachweis noch eine Indikation oder ein Dosierungsplan.
Für Erwachsene nennt die EMA-Produktinformation eine Anfangsdosis von 2,5 mg einmal wöchentlich. Nach vier Wochen wird auf 5 mg einmal wöchentlich erhöht. Falls erforderlich, können weitere Steigerungen in Schritten von 2,5 mg vorgenommen werden, jeweils erst nach mindestens vier Wochen auf der aktuellen Dosis. Als Erhaltungsdosen werden 5, 10 oder 15 mg einmal wöchentlich genannt. Die maximale Dosis beträgt 15 mg einmal wöchentlich.EMA-Produktinformation zu Mounjaro
Diese Angaben geben die zugelassene Kennzeichnung wieder. Sie sind keine individuelle Empfehlung. Welche Dosis geeignet ist, hängt von Indikation, Verträglichkeit, Begleitmedikation und ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung ab. Die Fachinformation sieht keine 60-mg-Einzeldosis vor.
Für das US-Produkt Zepbound nennt die über DailyMed veröffentlichte Kennzeichnung der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) ebenfalls maximal 15 mg subkutan einmal wöchentlich. Die US-Kennzeichnung rät außerdem von der gleichzeitigen Anwendung mit anderen Tirzepatid-Produkten oder GLP-1-Rezeptoragonisten ab.aktuelle US-Kennzeichnung von Zepbound auf DailyMed Diese Information ist ausdrücklich als US-Kennzeichnung zu verstehen.
In SURPASS-2 wurden 1.879 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes offen randomisiert. Sie erhielten Tirzepatid 5, 10 oder 15 mg oder Semaglutid 1 mg über 40 Wochen. Der HbA1c sank in den Tirzepatid-Gruppen um 2,01, 2,24 beziehungsweise 2,30 Prozentpunkte, verglichen mit 1,86 Prozentpunkten unter Semaglutid 1 mg. Auch die Gewichtsabnahme war unter Tirzepatid größer.SURPASS-2-Studie auf PubMed
Diese Studie stützt eine starke blutzuckersenkende Wirkung in der untersuchten Diabetespopulation. Der Vergleich gilt jedoch für genau diese Dosen und Semaglutid 1 mg. Er erlaubt keine pauschale Aussage, Tirzepatid sei jeder Semaglutid-Dosis oder jeder anderen Therapie überlegen. Das offene Design, die Studiendauer und das Sponsoring durch den Hersteller gehören ebenfalls zur Einordnung.
SURMOUNT-1 untersuchte 2.539 Erwachsene mit Adipositas oder Übergewicht plus mindestens einer gewichtsbezogenen Komplikation. Personen mit Diabetes waren ausgeschlossen. Nach 72 Wochen betrug die mittlere Gewichtsänderung je nach Tirzepatid-Dosis −15,0 bis −20,9 Prozent, gegenüber −3,1 Prozent unter Placebo.SURMOUNT-1-Studie auf PubMed
Dies waren Gruppenmittelwerte unter kontrollierten Studienbedingungen und mit begleitendem Lifestyle-Programm. Sie sind keine Garantie für einen individuellen Gewichtsverlust. Die Ergebnisse lassen sich nicht ungeprüft auf Menschen außerhalb der Einschlusskriterien, andere Behandlungsdauern oder nicht identifizierte 60-mg-Produkte übertragen.
Diese Zahlen erklären, warum Tirzepatid im Gewichtsmanagement eine hohe klinische Relevanz erlangt hat. Anders als bei Behauptungen zu anderen Substanzen liegt hier eine große, randomisierte Phase-III-Evidenz in einer klar definierten Population vor.
Tirzepatid wurde in großen randomisierten Studien am Menschen untersucht (das SURPASS-Programm zur glykämischen Kontrolle und das SURMOUNT-Programm zum Gewicht). Die nachstehenden Zahlen stammen aus der veröffentlichten SURMOUNT-1-Studie bei Erwachsenen mit Adipositas.
Jastreboff AM et al. Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity. N Engl J Med 2022.
Die Studienzahlen beschreiben die pharmazeutische Substanz in einem überwachten klinischen Umfeld; sie sind keine Aussage über dieses Produkt und kein Versprechen individueller Ergebnisse.
SURMOUNT-4 verwendete ein Randomized-withdrawal-Design. Nach einer 36-wöchigen offenen Behandlungsphase wurden 670 Personen für weitere 52 Wochen entweder der Fortsetzung von Tirzepatid oder dem Wechsel zu Placebo zugeteilt. Von Woche 36 bis 88 nahm das Gewicht unter fortgesetzter Behandlung im Mittel um weitere 5,5 Prozent ab. Nach dem Wechsel zu Placebo stieg es um 14,0 Prozent.SURMOUNT-4-Studie auf PubMed
Diese Studie zeigt, dass ein erheblicher Teil des Gewichtsverlusts eine fortgesetzte Behandlung voraussetzen kann. Sie beweist nicht, dass jede Person zwangsläufig lebenslang behandelt werden muss. In die randomisierte Phase gelangten nur Teilnehmende, die die offene Vorphase durchlaufen hatten und eine maximal verträgliche Dosis von 10 oder 15 mg erhielten. Die Ergebnisse gelten für eine selektierte Population.
In zwei 52-wöchigen, doppelblinden Studien wurde Tirzepatid bei Erwachsenen mit moderater bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe (OSA) und Adipositas untersucht. Eine Studie schloss Personen ohne PAP-Basistherapie ein, die andere Personen mit PAP-Therapie. Gegenüber Placebo verringerte Tirzepatid den Apnoe-Hypopnoe-Index um zusätzlich 20,0 beziehungsweise 23,8 Ereignisse pro Stunde.SURMOUNT-OSA-Studie auf PubMed
Dies ist ein klinisch relevanter Befund, aber populationsspezifisch: Untersucht wurde adipositasassoziierte OSA. Er bedeutet nicht, dass Tirzepatid jede Ursache einer Schlafapnoe behandelt oder eine bestehende PAP-Therapie ohne objektive ärztliche Neubewertung abgesetzt werden sollte.
Die regulatorische Einordnung unterscheidet sich zudem nach Jurisdiktion. In den USA ist Zepbound zur Behandlung moderater bis schwerer OSA bei Erwachsenen mit Adipositas zugelassen.aktuelle US-Kennzeichnung von Zepbound auf DailyMed Die EU-Produktinformation führt OSA-Studienresultate in Abschnitt 5.1 auf. Daraus folgt nicht automatisch eine separat formulierte EU-OSA-Indikation.EMA-Produktinformation zu Mounjaro
In der SUMMIT-Studie wurden 731 Personen mit Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) und Adipositas randomisiert. Tirzepatid verringerte den kombinierten Endpunkt aus kardiovaskulärem Tod oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz: 9,9 Prozent unter Tirzepatid gegenüber 15,3 Prozent unter Placebo, Hazard Ratio 0,62. Auch der KCCQ-CSS als Maß für Symptome und Gesundheitsstatus verbesserte sich.SUMMIT-Studie auf PubMed
Der Kompositvorteil wurde überwiegend durch weniger Verschlechterungen der Herzinsuffizienz getragen. Für die kardiovaskuläre Todeskomponente allein zeigte sich kein Vorteil. Die Ereigniszahlen waren klein und das Konfidenzintervall weit. Daher ist die Aussage, Tirzepatid verhindere den Herztod, nicht belegt.
Auch hier muss Studienbefund von Zulassung getrennt werden. Ergebnisse zu HFpEF schaffen nicht automatisch eine eigenständige HFpEF-Indikation in Österreich, der EU oder den USA.
Gastrointestinale Beschwerden zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen. In gepoolten EMA-Daten zu Typ-2-Diabetes traten gastrointestinale Störungen bei 37,1, 39,6 und 43,6 Prozent unter 5, 10 und 15 mg auf, gegenüber 20,4 Prozent unter Placebo. In einer Gewichtsmanagementstudie ohne Diabetes lagen die Raten bei 55,6, 60,8 und 59,2 Prozent, verglichen mit 30,3 Prozent unter Placebo.EMA-Produktinformation zu Mounjaro
Zu den häufig genannten Ereignissen gehören Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Diese Beschwerden sind nicht immer schwer, können aber durch Flüssigkeitsverlust eine Verschlechterung der Nierenfunktion bis hin zum akuten Nierenversagen begünstigen. Die EMA-Fachinformation nennt außerdem akute Pankreatitis und Gallenblasenerkrankungen als wichtige Warnhinweise.EMA-Produktinformation zu Mounjaro
Weitere Grenzen und Vorsichtsmaßnahmen sind:
Die US-Kennzeichnung enthält zusätzlich einen hervorgehobenen Warnhinweis zu C-Zell-Tumoren bei Ratten, deren Relevanz für Menschen unbekannt ist, und nennt eine persönliche oder familiäre Vorgeschichte eines medullären Schilddrüsenkarzinoms sowie MEN2 als Gegenanzeigen.aktuelle US-Kennzeichnung von Zepbound auf DailyMed Diese US-Formulierungen dürfen nicht als wortgleiche EU-Kennzeichnung ausgegeben werden.
Im April 2026 wurde ein Signal des EMA-Pharmakovigilanzausschusses (PRAC) zu einer möglichen Wechselwirkung von Tirzepatid mit Warfarin beziehungsweise anderen Cumarinderivaten bekannt, bei der eine INR-Abnahme zur Überwachung im periodischen Sicherheitsbericht vorgesehen wurde; PRAC-Bewertungen gelten in Österreich ebenso wie in jedem anderen EU-Mitgliedstaat. Quelle der Meldung ist die deutsche Bundesbehörde BfArM, die PRAC-Signale in ihrem Arzneimittelinformationssystem veröffentlicht.BfArM-Suche zu Tirzepatid Ein Pharmakovigilanzsignal ist ein Hinweis, der weiter bewertet wird. Es ist kein Nachweis einer gesicherten Kausalität und ersetzt nicht die aktuelle Fachinformation oder individuelle ärztliche Überwachung.
Dieser Punkt zeigt, warum Sicherheitsbewertungen fortlaufend sind. Große Zulassungsstudien können häufige Ereignisse gut erfassen, seltene oder erst nach langer Anwendung erkennbare Risiken jedoch nur begrenzt. Nach Markteinführung ergänzen Spontanmeldungen, Register und regelmäßige Sicherheitsberichte das Bild.
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Nein. Beim Mounjaro 15 mg/Dosis KwikPen sind 60 mg der Gesamtinhalt von vier Dosen. Jede vorgesehene Einzeldosis enthält 15 mg. Die maximale Erwachsenendosis beträgt laut EMA-Fachinformation 15 mg einmal wöchentlich.EMA-Produktinformation zu Mounjaro
Nein. Die Gesamtmenge allein belegt keine Gleichwertigkeit. Darreichungsform, Konzentration, Volumen, Wirkstoffqualität, Zulassung und vorgesehene Dosen müssen übereinstimmen und verifiziert sein. Die Evidenz zugelassener Produkte darf nicht pauschal auf ein unbekanntes Vial übertragen werden.
Nein. −20,9 Prozent war ein Gruppenmittelwert in einer SURMOUNT-1-Dosisgruppe nach 72 Wochen unter Studienbedingungen. Individuelle Ergebnisse und Verträglichkeit variieren.SURMOUNT-1-Studie auf PubMed
Das lässt sich pauschal nicht sagen. Tirzepatid senkte in Studien bei OSA und Adipositas den Apnoe-Hypopnoe-Index. Eine PAP-Therapie sollte nicht ohne objektive ärztliche Neubewertung verändert oder beendet werden.SURMOUNT-OSA-Studie auf PubMed
SURMOUNT-4 spricht gegen diese Vereinfachung. Nach dem Wechsel von Tirzepatid zu Placebo kam es im Mittel zu deutlicher Gewichtszunahme, während die Fortsetzung den Effekt erhielt beziehungsweise vertiefte.SURMOUNT-4-Studie auf PubMed
Tirzepatid 60 mg ist ohne Produktkontext missverständlich. Beim zugelassenen Mounjaro 15 mg/Dosis KwikPen bezeichnet die Zahl 60 mg die Gesamtfüllmenge von vier Einzeldosen zu je 15 mg. Sie ist keine zugelassene Einzeldosis. Ein unbekanntes 60-mg-Vial kann nicht allein aufgrund des Gesamtgehalts mit Mounjaro gleichgesetzt werden.
Für Tirzepatid selbst ist die klinische Evidenz in definierten Populationen robust: Große randomisierte Studien zeigen eine ausgeprägte HbA1c-Senkung bei Typ-2-Diabetes und erhebliche mittlere Gewichtsreduktionen bei Adipositas beziehungsweise qualifiziertem Übergewicht. Weitere Studien belegen Nutzen bei adipositasassoziierter OSA und bei HFpEF mit Adipositas. Jede Aussage muss dennoch an die untersuchte Population, die verwendete Dosis und das konkrete Produkt gebunden bleiben.
Häufige gastrointestinale Nebenwirkungen, weitere Warnhinweise und mögliche Wechselwirkungen erfordern eine ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung. Die korrekte Kernbotschaft lautet: 60 mg Gesamtinhalt sind nicht 60 mg pro Anwendung.
Besprechen Sie Ihre individuelle Situation und Behandlungsoptionen mit Ihrem Arzt.
Dieser Beitrag dient der evidenzbasierten Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.
Es ist ein GLP-1-Rezeptoragonist und ein GIP-Rezeptoragonist in einem einzigen Molekül – deshalb die Bezeichnung dualer Agonist. Semaglutid ist im Unterschied dazu ein selektiver GLP-1-Rezeptoragonist; die beiden wurden in SURPASS-2 direkt verglichen Frías JP et al. Tirzepatide versus Semaglutide Once Weekly in Patients with Type 2 Diabetes. N Engl J Med 2021. PMID 34170647. Die Antwort lautet also: ja, und darüber hinaus – Tirzepatid tut, was ein GLP-1-Agonist tut, und ergänzt die GIP-Rezeptoraktivität.
Mounjaro ist das EU-weit zugelassene Arzneimittel mit dem Wirkstoff Tirzepatid, zugelassen am 15. September 2022 für Typ-2-Diabetes und, bei Erwachsenen, für das Gewichtsmanagement European Medicines Agency. Mounjaro (tirzepatide): European public assessment report.; in Österreich ist es im Arzneispezialitätenregister des BASG geführt. Unser Pen enthält Tirzepatid, 60 mg in 3 ml, und er ist nicht Mounjaro: Er ist nicht das zugelassene Produkt, besitzt keine Zulassung und kommt ohne die genehmigten Dosierungsangaben, die Apotheke und die Überwachung, die das Arzneimittel umgeben. Das Arzneimittel kann Ihnen in der Ordination verordnet werden; wir liefern den Pen mit seinem Analysenzertifikat.
SURMOUNT-1 begleitete 2.539 Erwachsene mit Adipositas oder mit Übergewicht plus einer gewichtsbezogenen Begleiterkrankung, ohne Diabetes, über 72 Wochen und verglich Tirzepatid in 5 mg, 10 mg und 15 mg mit Placebo. In Woche 72 war das Gewicht unter den drei Stärken im Mittel um 15,0 %, 19,5 % und 20,9 % gesunken, gegenüber 3,1 % unter Placebo, und 50 % bzw. 57 % der Teilnehmenden unter den beiden höheren Stärken verloren 20 % oder mehr ihres Körpergewichts, gegenüber 3 % unter Placebo. Die häufigsten Nebenwirkungen waren gastrointestinal, überwiegend leicht bis mittelschwer und vor allem während der Dosissteigerung Jastreboff AM et al. Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity. N Engl J Med 2022. PMID 35658024. Das sind Gruppenmittelwerte aus einer überwachten Studie mit dem zugelassenen Molekül – keine Vorhersage für eine einzelne Person und keine für diesen Pen.
Tirzepatid aktiviert zwei Rezeptoren, GIP und GLP-1; Retatrutid aktiviert drei und nimmt Glukagon dazu. Tirzepatid hat Phase-3-Programme in zwei Indikationen abgeschlossen und ist in der EU – also auch in Österreich – als Mounjaro zugelassen. Die veröffentlichte Adipositas-Evidenz zu Retatrutid ist eine Phase-2-Studie mit 338 Erwachsenen über 48 Wochen, mit einer mittleren Gewichtsveränderung von −24,2 % in der höchsten Stärke gegenüber −2,1 % unter Placebo Jastreboff AM et al. Triple-Hormone-Receptor Agonist Retatrutide for Obesity - A Phase 2 Trial. N Engl J Med 2023. PMID 37366315, und es besitzt nirgends eine Zulassung. Gegeneinander geprüft wurden die beiden nie; die 24,2 % und die 20,9 % stammen aus verschiedenen Studien mit verschiedenem Design und lassen sich nicht als Rangfolge lesen.
Ja. Ein unabhängiges Labor prüft jede Charge auf Identität (Massenspektrometrie), Reinheit (HPLC) und Sterilität. Das Zertifikat weist den Reinheitswert und die Konzentration der Patrone aus; das Zertifikat genau Ihrer Charge öffnen Sie über den QR-Code am Pen oder über das COA-Verzeichnis unter /coa – ein einfaches PDF, für das Sie kein Konto brauchen.
Ein vorgefüllter 60-mg-Pen, derzeit vorbestellbar, nach Österreich zugestellt, mit dem Zertifikat seiner Charge nur einen QR-Scan entfernt.
Eignung prüfenWird ausschließlich zu Forschungs- und Analysezwecken bereitgestellt. Kein Arzneimittel, nicht zum menschlichen Verzehr bestimmt und nicht dazu vorgesehen, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
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